Ehrlichiose bei Hunden

Klinik:

Ehrlichiose ist eine durch Zecken auf Tiere und Menschen übertragbare Erkrankung. Bei der Ehrlichiose des Hundes spielt vor allem der Erreger Ehrlichia (E.) canis eine Rolle, der hauptsächlich durch die braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen wird und zur caninen monozytären Ehrlichiose (CME) führen kann. E. canis ist ein gramnegatives, obligat intrazelluläres Bakterium, das in erster Linie die mononukleären Zellen des Blutes befällt. CME ist eine weltweit verbreitete Erkrankung in tropischen und gemäßigten Klimaregionen, wobei die geographische Ausdehnung von E. canis mit der zunehmenden Verbreitung der Vektorzecke im Rahmen des Klimawandels zunimmt.

Die canine monozytäre Ehrlichiose ist eine multisystemische Erkrankung, die sich in akuten, subklinischen oder chronischen Formen manifestieren kann. Nach einer Inkubationszeit von 1 - 3 Wochen kommt es zu einer akuten CME die sich u. a. durch hohes Fieber, Lethargie, Gewichtsverlust, Lymphadeno- und Splenomegalien sowie Hämorrhagien äußert. Häufig treten Augenschädigungen auf, die bis zur Erblindung führen können. Durch entzündliche Veränderungen oder Blutungen in den Meningen kann es zu diversen ZNS-Symptomen kommen. In der Regel kommt es nach 2 - 4 Wochen zu einem Übergang in eine subklinische Phase, bei der die Hunde meist gesund und ohne offensichtliche Symptome erscheinen, obwohl sich hohe Titer E. canis-spezifischer IgG Antikörper und Veränderungen der Blutwerte nachweisen lassen. Einige Hunde gehen in die chronische Phase über, in der die Symptome wieder einer akuten CME ähneln, jedoch meist stärker ausgeprägt sind.

Diagnostik:

Antikörper gegen E. canis treten bei spezifisch infizierten Tieren nach 12 bis 14 Tagen im Serum auf. E. canis-spezifische IgG-Antikörper persistieren Monate bis Jahre. Zum serologischen Nachweis der Antikörper werden verschiedene Techniken angewandt, wie z. B. ELISA-basierte Testsysteme oder der indirekte Immunfluoreszenztest (IIFT), der als „Goldstandard“ angesehen wird. Da im Zuge einer Infektion mit E. canis nicht konsequent IgM-Antikörper gebildet werden, ist eine IgM-Bestimmung ungeeignet. Für die Diagnose einer akuten Infektion sollten daher immer zwei Blutproben im zeitlichen Abstand von 7 bis 14 Tagen untersucht werden, wobei ein Titeranstieg auf das Vierfache des Wertes der ersten Blutprobe auf eine akute Infektion hinweist.

Dies gilt besonders für Proben aus endemischen Gebieten, in denen eine hohe Seroprävalenz herrscht. Auch bei einem negativen Ergebnis der ersten Blutprobe sollte bei bestehendem Verdacht auf Ehrlichiose zwei Wochen später eine zweite Probe untersucht werden, da Hunde in der frühen Phase der Infektion noch keine Antikörper gebildet haben. Eine serologische Unterscheidung zwischen E. canis und E. chaffeensis ist nicht möglich.

Dokumente

Auf einen Blick
MethodeSubstratStellenwertBestell-Nummer
ELISARekombinant hergestelltes und gereinigtes Antigen aus Ehrlichia canisIgG-ELISA; hohe Sensitivität
und Spezifität
EI 220l-9601 GC