Anaplasmose bei Hunden

Klinik:

Anaplasma (A.) phagocytophilum ist der Erreger der Anaplasmose, einer durch Zecken der Gattung Ixodesübertragenen bakteriellen Erkrankung. A. phagocytophilum ist ein gramnegatives, obligat intrazelluläres Bakterium,das in erster Linie die neutrophilen Granulozyten, in seltenen Fällen aber auch eosinophile Granulozytenbefällt. Die Anaplasmose ist weltweit verbreitet, wobei die Prävalenz vom Verbreitungsgebiet der übertragendenVektoren abhängig ist.

Das klinische Bild einer Infektion mit A. phagocytophilum wird bei Hunden unterschiedlich bezeichnet: Granulozytäre Ehrlichiose (veraltet), Canine Granulozytäre Anaplasmose, meist aber einfach Anaplasmose. Die klinischen Symptome der caninen Anaplasmose sind reduziertes Allgemeinbefinden mit Fieber, Gewichtsverlust, Vomitus, Dyspnoe, Spleno- und Hepatomegalie, Lymphadenopathie, Gliedmaßenödemen, Leukopenie, Anämie, Hämorrhagien, Polyarthritis aber auch ZNS-Symptome in Folge entzündlicher Veränderungen und Blutungen in den Meningen. Bei einigen Hunden kann das Immunsystem den Erreger eliminieren, andere durchlaufen die Infektion subklinisch oder chronisch. Beim chronischen Verlauf treten, meist bedingt durch eine Polyarthritis, wechselnde Lahmheiten auf.

Diagnostik:

Antikörper gegen A. phagocytophilum treten bei infizierten Tieren nach 7 bis 14 Tagen im Serum auf. Zum serologischen Nachweis der Antikörper werden verschiedene Techniken angewandt wie z. B. ELISA oder indirekte Immunfluoreszenztests (IIFT). Zu beachten ist, dass viele Hunde  A. phagocytophilum-spezifische Antikörper aufweisen, aber klinisch nicht auffällig sind. Für eine Diagnose sollten daher immer zwei Blutproben in zeitlichem Abstand untersucht werden, wobei ein Titeranstieg auf das Zweifache des Wertes der ersten Blutprobe bzw. eine Serokonversion diagnostisch relevant sind. Auch bei einem negativen Ergebnis der ersten Blutprobe sollte bei Verdacht auf Anaplasmose 2 Wochen später eine zweite Probe untersucht werden, da Hunde in der frühen Phase der Infektion noch keine Antikörper gebildet haben. Differentialdiagnostisch sollte eine Borreliose ausgeschlossen werden. Für den Hund sind bislang keine Impfstoffe für Anaplasmose erhältlich.

Dokumente

Auf einen Blick
MethodeSubstratStellenwertBestell-Nummer
ELISARekombinant hergestelltes und gereinigtes Antigen aus Anaplasma phagocytophilumIgG-ELISA; hohe Sensitivität
und Spezifität
EI 220m-9601 GC