Lyme-Borreliose bei Hunden

Klinik:

Borrelien sind die Erreger der Lyme-Borreliose, einer durch Zecken der Gattung Ixodes übertragenen bakteriellen Erkrankung. Die gramnegativen Bakterien werden zusammenfassend als Borrelia burgdorferi sensu lato bezeichnet. Innerhalb dieser Gruppe sind die für Hunde pathogenen Genospezies Borrelia burgdorferi sensu stricto, Borrelia garinii und Borrelia afzelii. Während in den USA nur B. burgdorferi sensu stricto eine Rolle spielt, gehören über 80 % der in europäischen Zecken gefundenen Borrelien den pathogenen Genospezies B. garinii oder B. afzelii an. Hunde haben durch häufigen Zeckenkontakt ein deutlich erhöhtes Infektionsrisiko, wobei jedoch die Mehrheit der Infektionen symptomlos verläuft. Infektionen führen nicht zu einer belastbaren Immunität, sodass Reinfektionen möglich sind. Antikörper gegen B. burgdorferi treten bei spezifisch infizierten sowie bei geimpften Tieren im Serum auf. Eine Vielzahl klinischer Symptome, die in der Regel erst Wochen oder Monate nach der Infektion auftreten, konnten einer Infektion mit B. burgdorferi zugeordnet werden.

Beim Hund äußern sich die ersten Symptome einer Lyme-Borreliose durch Lethargie, Fressunlust und Fieber und sind damit eher unspezifisch. Das erste spezifischere Symptom beim Hund ist eine Lahmheit aufgrund von Myositis oder Arthritis, welche in der Regel erst im späteren Verlauf der Infektion auftritt. Seltener werden auch neurologische Beeinträchtigungen oder eine Schädigung der Nieren (Glomerulonephritis) oder des Herzens (Myokarditis) beschrieben. Für Hunde sind verschiedene Impfstoffe erhältlich.

Das beim Menschen charakteristische Erythema migrans ist bei Hunden nicht relevant, da es bedingt durch Fell oder dunkle Hautfarbe nicht beobachtet werden kann.

Diagnostik:

Die Diagnose einer caninen oder equinen Borreliose beruht auf der klinischen Symptomatik, differentialdiagnostischen Untersuchungen sowie dem Nachweis von Antikörpern gegen Borrelien-Antigene. Für die Bestimmung Borrelien-spezifischer Antikörper empfehlen einige Studien eine Zweistufenstrategie. Zunächst wird ein sensitiver Suchtest (ELISA oder IIFT) eingesetzt. Seren mit positiven oder grenzwertigen Suchtest- Befunden werden anschließend mit Hilfe eines Immunblots weiter untersucht, um zwischen Borrelien-spezifischen und unspezifischen Reaktionen zu differenzieren. Da Antikörper gegen Borrelien erst 2 bis 6 Wochen nach einer Infektion gebildet werden, können serologische Tests in einem frühen Stadium der Lyme-Borreliose negativ ausfallen. Bei bestehendem Verdacht sollte daher eine zweite Probe in zeitlichem Abstand von 7 bis 10 Tagen entnommen und untersucht werden. IgM-Antikörper gegen Borrelien-Antigene können in frühen Phasen der Infektion über einen Zeitraum von wenigen Wochen nachgewiesen werden.

Blot: Anti-Borrelia EUROLINE Hund (IgG)
Blot: Anti-Borrelia EUROLINE Hund (IgG)
Blot: Anti-Borrelia EUROLINE Hund (IgM)
Blot: Anti-Borrelia EUROLINE Hund (IgM)

Dokumente

Auf einen Blick
MethodeSubstratStellenwertBestell-Nummer
ELISAAntigenextrakt von Borrelia burgdorferi sensu stricto, Borrelia afzelii und Borrelia gariniiIgG-ELISA; komplettes Antigenspektrum, hohe SensitivitätEI 2132-9601-2 GC
IgM-ELISA; komplettes  Antigenspektrum inkl. OspC; Nachweis akuter InfektionenEI 2132-9601 MC
Rekombinant hergestelltes und gereinigtes VlsE-Antigen von BorreliaIgG-ELISA; hochspezifischer Marker für die frühe Erkennung einer InfektionEI 2132-9601-1 GC
Blot

p18, p21, OspC (p25), OspA (p31), p39, p41, p100, VlsE-BbIgG-Linienblot mit diagnostisch relevanten Borrelien-Antigenen; Differenzierung zwischen Impfung und Infektion

DN 2136-1601 GC
DN 2136-3201 GC

p18, p21, OspC (p25), p39, p41, p100IgM-Linienblot mit diagnostisch relevanten Borrelien-Antigenen; Nachweis akuter InfektionenDN 2136-1601 MC
DN 2136-3201 MC