Anaplasmose bei Pferden

Klinik:

Anaplasma (A.) phagocytophilum ist der Erreger der Anaplasmose, einer durch Zecken der Gattung Ixodes übertragenen bakteriellen Erkrankung. A. phagocytophilum ist ein gramnegatives, obligat intrazelluläres Bakterium, das in erster Linie die neutrophilen Granulozyten, in seltenen Fällen aber auch eosinophile Granulozyten befällt. Die Anaplasmose ist weltweit verbreitet, wobei die Prävalenz vom Verbreitungsgebiet der übertragenden Vektoren abhängig ist.

Das klinische Bild einer Infektion mit A. phagocytophilum wird bei Pferden unterschiedlich bezeichnet: Granulozytäre Ehrlichiose (veraltet), Equine Granulozytäre Anaplasmose, meist aber auch Anaplasmose. Die klinischen Symptome der equinen Anaplasmose sind reduziertes Allgemeinbefinden mit Fieber, Anorexie, Lethargie, Gliedmaßenödeme, Petechien, Ikterus, Bewegungsunlust und Ataxie, wobei ältere Pferde deutlichere Symptome aufweisen als junge Pferde.

Diagnostik:

Antikörper gegen A. phagocytophilum treten bei infizierten Tieren nach 7 bis 14 Tagen im Serum auf. Zum serologischen Nachweis der Antikörper werden verschiedene Techniken angewandt wie z. B. ELISA oder indirekte Immunfluoreszenztests (IIFT). Zu beachten ist, dass viele Pferde A. phagocytophilum-spezifische Antikörper aufweisen, aber klinisch nicht auffällig sind. Für eine Diagnose sollten daher immer zwei Blutproben in zeitlichem Abstand untersucht werden, wobei ein Titeranstieg auf das Zweifache des Wertes der ersten Blutprobe bzw. eine Serokonversion diagnostisch relevant sind. Auch bei einem negativen Ergebnis der ersten Blutprobe sollte bei Verdacht auf Anaplasmose 2 Wochen später eine zweite Probe untersucht werden, da Pferde in der frühen Phase der Infektion noch keine Antikörper gebildet haben. Differentialdiagnostisch sollte eine Borreliose ausgeschlossen werden. Für Pferde ist bislang kein Impfstoff für Anaplasmose erhältlich.

Dokumente

Auf einen Blick
MethodeSubstratStellenwertBestell-Nummer
ELISARekombinant hergestelltes und gereinigtes Antigen aus Anaplasma phagocytophilumIgG-ELISA; hohe Sensitivität
und Spezifität
EI 220m-9601 GE